So lernen Hunde – die Basics für ein besseres Verständnis

Hunde sind sehr soziale Lebewesen, die eine bemerkenswerte Lernfähigkeit besitzen.
Wir beschäftigen uns damit, wie das Lernverhalten bei Hunden funktioniert und wie wir ihnen dabei helfen können, stressfrei und effektiv zu lernen. Wir werden auch einen Blick auf die 4F’s werfen, um unsere Hunde und ihr Verhalten besser zu verstehen. Darüber hinaus werden wir beleuchten, warum eine klare Orientierung und eine gewaltfreie Erziehung wichtig für ein harmonisches Zusammenleben mit unseren Hunden ist.

Wie lernen Hunde?

Hunde lernen auf verschiedene Weisen, zum einen durch Verstärkung und zum anderen durch Beobachtung und Nachahmung. Durch positive Verstärkung, wie bedürfnisorientiere Belohnungen und Lob, wird gewünschtes Verhalten verstärkt. Hunde lernen, dass bestimmte Handlungen zu angenehmen Konsequenzen führen und es sich lohnt mit uns zu kooperieren. Hunde sind Meister der Beobachtung und können durch das Nachahmen anderer Hunde oder Menschen lernen. Diese Fähigkeit ermöglicht es uns auch sie auf positive Weise zu erziehen und ihnen neue Verhaltensweisen beizubringen.

Warum stressfreies Lernen und Pausen so wichtig für die Verarbeitung von Gelerntem sind.

Stressfreies Lernen ist von großer Bedeutung, da Hunde in einer entspannten Umgebung am besten lernen können. Stress kann ihre Lernfähigkeit beeinträchtigen und zu Frustration führen. Daher ist es wichtig, das Training schrittweise aufzubauen und dem Hund ausreichend Pausen zu ermöglichen, um das Gelernte zu verarbeiten. Pausen helfen dabei, den Hund zu entspannen und das Erlernte zu festigen. Ein stressfreier Lernprozess fördert eine positive Bindung und das Vertrauen zwischen Hund und Mensch.

Warum Orientierung so wichtig für Hunde ist

Hunde müssen sich in unserer Welt zurechtfinden, unser Alltag und die Umwelt können sehr fordernd für Hunde sein. Da ist ein Mensch an ihrer Seite, der ihnen Halt und Orientierung gibt essentiell um sich sicher zurechtzufinden. Eine klare Orientierung und das positive Vermitteln von dem was wir von unseren Hunden wollen, sind für den Lernprozess von Hunden von entscheidender Bedeutung. Hunde sind soziale Tiere, suchen und brauchen einen Menschen auf den sie sich verlassen und dem sie Vertrauen können. Indem wir Hunde, ihr Verhalten und ihre Emotionen besser verstehen und mit ihnen klar kommunizieren, helfen wir dem Hund zu verstehen, was wir von ihm wollen. Eine klare und konsistente Kommunikation schafft Vertrauen und fördert eine positive Lernerfahrung mit seinem Menschen an seiner Seite.

Fehler und der richtige Umgang damit.

Fehler sind natürliche Bestandteile des Lernens und sollten nicht als negative Ereignisse betrachtet werden. Sie bieten uns die Möglichkeit, aus ihnen zu lernen und uns weiterzuentwickeln. Es ist wichtig, dass wir uns erlauben, Fehler zu machen und uns nicht davon entmutigen lassen. Vielmehr sollten wir sie als wertvolle Erfahrungen betrachten, aus denen wir unsere Schlüsse ziehen können. Beim Umgang mit Fehlern ist es wichtig, geduldig und einfühlsam mit dir selbst und deinem Hund zu sein. Anstatt unseren Hund zu bestrafen oder zu kritisieren, sollten die Situation und das Umfeld überprüfen – warum hat das Gewünschte in dieser Situation nicht funktioniert? Dementsprechend können wir unsere Hunde unterstützen, die Situation an den Trainingsstand und die Tagesverfassung anpassen und positive Alternativen aufzeigen. Indem wir unseren Hund ermutigen, neue Ansätze auszuprobieren und ihm die Möglichkeit geben, aus Fehlern zu lernen, stärken wir sein Selbstvertrauen und fördern seine Lernbereitschaft. Der richtige Umgang mit Fehlern ermöglicht es uns, gemeinsam mit unserem Hund zu wachsen und eine positive Lernumgebung zu schaffen.

Die 4F’s – Fight, Flight, Fiddle, Freeze

Die 4F’s – Fight, Flight, Fiddle, Freeze – beschreiben verschiedene Verhaltensweisen, die Hunde in bestimmten Situationen zeigen können. „Fight“ bezieht sich auf Kampfreaktion: hier wird durch „Vertreiben“ und nach vorne gehen versucht die Distanz zum Auslöser zu vergrößern. „Flight“ ist die Fluchtreaktion: Hier wird versucht der Hund durch Flucht aus der Stresssituation zu gelangen. „Fiddle“ beschreibt das Beschwichtigungsverhalten: Fiddeln wird von uns Menschen häufig als Spiel interpretiert, da der Hund herumhüpft, und bisschen den Clown raushängen lässt, es kann aber auch mal ein Gähnen, Kratzen, Schütteln oder Aufreiten sein. Dieses vehalten ist oft eine Übersprungsreaktion und ein Zeichen von überforderung. „Freeze“ steht für das Erstarren: Verharrt dein Hund also in einer Position und wirkt ganz abwesend, dann befindet er sich in einem inneren Konflikt zwischen Angriff und Flucht. Dieses Verhalten bleibt oft unbemerkt, da es so subtil ist. Wir sollten jedoch unbedingt darauf achten, wenn der Hund einfriert. Es ist ein Warnsignal, das darauf hinweist, dass der Hund in einem Konflikt ist. Ein eingefrorener Hund kann mit Flucht oder auch Schnappen reagieren(das passiert vor allem dann, wenn eine Flucht nicht möglich ist). Es ist wichtig, dass wir sensibel für diese Anzeichen sind und angemessen darauf reagieren, um potenzielle Konflikte zu vermeiden.

Diese Reaktionen dienen dazu, mit potenziellen Bedrohungen oder stressigen Situationen umzugehen. Die 4F’s sind instinktive Reaktionen und werden unbewusst angewendet. Die Wahl der Strategie, die ein Hund in einer bestimmten Situation anwendet, hängt unter anderem von seinen bisherigen Erfahrungen ab. Die Reaktionen verlaufen automatisch, und der Hund handelt reaktiv, ohne bewusstes Denken. In solchen Momenten hat der Hund oft nur begrenzte Möglichkeiten, sein Verhalten bewusst zu beeinflussen. Daher ist es wichtig, dass wir als Hundebesitzer:innen ein sensibles Bewusstsein für die emotionalen Zustände unserer Hunde entwickeln und ihnen in solchen Situationen Orientierung und Unterstützung bieten. Indem wir die 4F’s verstehen, können wir die Bedürfnisse und Emotionen unserer Hunde besser erkennen und angemessen reagieren.

Kann mein Hund neue Strategien im Umgang mit Stresssituationen Lernen?

Ja, definitiv! Und du kannst ihm dabei helfen! Für deinen Hund kann es sehr anstrengend sein, wiederholt mit stressauslösenden Reizen konfrontiert zu werden, sei es beim Spaziergang oder in anderen Situationen. Diese Reize können individuell variieren und beinhalten möglicherweise andere Hunde, fremde Menschen, Radfahrer, Autos und vieles mehr. Indem wir die individuellen Bedürfnisse, Emotionen und Grenzen unseres Hundes erkennen, können wir ihn durch positives und bedürfnisorientiertes Training dabei unterstützen, neue Strategien für den Umgang mit diesen Situationen zu erlernen. Wir können ihm beibringen, wie er angemessen reagieren kann und ihm somit helfen, Stress abzubauen und sein Wohlbefinden zu steigern.

Deshalb ist eine gewaltfreie und bedürfnisorientierte Erziehung so wichtig.

Eine gewaltfreie Erziehung fördert eine vertrauensvolle Beziehung zu unserem Hund. Gewalt oder Schreckreize erzeugen Angst und Stress, die den Lernprozess beeinträchtigen und das Vertrauen des Hundes zerstören können. Indem wir auf die Bedürfnisse unseres Hundes eingehen, seine Emotionen verstehen und auf gewaltfreie Kommunikation setzen, schaffen wir eine harmonische Umgang und Umgebung, in der sich unser Hund sicher und verstanden fühlt. Durch den Einsatz gewaltfreier Erziehungsmethoden, wie positives und bedürfnisorientiertes Training, haben wir die Möglichkeit, das Verhalten unseres Hundes auf positive Weise zu beeinflussen und eine starke Bindung aufzubauen. Dies fördert nicht nur sein Wohlbefinden, sondern ermöglicht auch einen effektiven Lernprozess und unterstützt seine positive Entwicklung.

Fazit:

Eine gewaltfreie Erziehung ermöglicht es uns, eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen und unseren Hunden ein sicheres und harmonisches Umfeld zu bieten, in dem sie stressfrei lernen und gelerntes verarbeiten können.


Harmonie beginnt mit Empathie – für eine starke Mensch-Hund-Beziehung

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